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Was ist Heilung? Der Begründer der Psycho-Kinesiologie,
Herr Dr. Dietrich Klinghardt, nimmt einen bescheidenen Versuch vor, Heilung zu
definieren:
- Ich bin geheilt, wenn ich wieder riechen und sehen kann mit der Frische
und Unschuld eines Kindes, wenn ich eine Blume oder einen Stein berühren kann und
wie zum allerersten Mal deren Struktur und Konsistenz, das Besondere mit meinen
Händen fühlen kann.
- Ich bin geheilt, wenn ich jeden Menschen, jedes Tier, jedes Stück
Materie anschauen kann und als Erstes das Gefühl da ist von Wunder und 'ah', wenn
jeder Apfel, jede Kartoffel so schmeckt wie beim ersten Mal. Wenn jede Stimme, jeder Ton
wieder frisch klingt.
- Ich bin geheilt, wenn ich wage zu träumen von den Dingen, nach denen
mein Herz sich heimlich sehnt, so sehr sehnt, dass es wehtut. Wenn es mir egal ist, was
andere von mir denken: ich riskiere es, wieder zu lieben, zu träumen, lebendig zu
sein. Ich bin geheilt, wenn ich es gewagt habe, den Kern meiner eigenen Traurigkeit zu
berühren. Wenn Lügen, Enttäuschungen, Gewalt und mein eigenes Versagen
mein Herz zuerst gebrochen, dann aber geöffnet haben, oder ob ich mich zugemacht
habe aus Angst vor noch mehr Schmerz. Wenn ich mich dem Leben, sowohl dem Schmerz als
auch der Freude öffnen kann. Wenn ich bereit bin, immer wieder zu vertrauen und mich
immer wieder verletzen zu lassen, ohne Schuld zuzuweisen.
- Ich bin geheilt, wenn ich weder die Psychotherapie noch irgendeine andere
Heilmethode benutze, um zu versuchen, Kontrolle über das Mächtige und Ungewisse
des Lebens zu bekommen. Als Therapeut bin ich bereit, mit meinem eigenen Schmerz zu sein
und dem meiner Klienten - ohne den Schmerz zu verstecken, ohne ihn verändern oder
wegnehmen zu wollen.
- Ich bin geheilt, wenn ich mit Freude und Ekstase - deiner oder meiner
eigenen - sein kann, wenn ich wild tanzen und das Kribbeln meiner eigenen Lebendigkeit
bis in die Fingerspitzen und Fussspitzen spüren kann, ohne auf den inneren Kritiker
zu hören, der mir sagt, ich soll vorsichtig sein, realistisch oder ich soll an die
Grenzen dessen denken, was uns als Menschen vorgegeben ist.
- Ich bin geheilt, wenn ich jemand anderen enttäuschen kann, um mir
selbst gegenüber ehrlich zu sein. Wenn ich bereit bin, jemand anderen zu
betrügen, um nicht meine eigene Seele zu betrügen. Wenn ich bereit bin, weder
einem Lehrer noch einer Religion zu folgen - und du mir daher vertrauen kannst.
- Ich bin geheilt, wenn die Quelle meiner Kraft, meiner Lebendigkeit,
meiner Kreativität und meines Denkens in mir selber ist, und ich dennoch bescheiden
bin und geduldig mit dir und dankbar für deine Freundschaft. Wenn ich Fehler gemacht
und versagt habe und verletzt und enttäuscht habe - und nicht ersticke an
Schuldgefühlen, sondern gerade stehe und es noch einmal riskiere, egal wie alt oder
krank oder hoffnungslos ich mich fühle.
- Ich bin geheilt, wenn ich nach einer Nacht von Alpträumen,
Verzweiflung, Einsamkeit, Angst oder Schmerz aufstehen kann und das tue, was nötig
ist: ich mache Frühstück für die Kinder, giesse die Blumen und gehe zur
Arbeit.
- Ich bin geheilt, wenn ich im Zentrum des Feuers stehen kann und lieber
verbrenne, als dass ich zurückschrumpfe auf einen Platz, der für mein Herz und
meine Seele nicht wahr ist. Wenn ich nicht mehr angebe und es mir egal ist, was ich
beruflich erreicht habe, was ich weiss, was ich besitze, welche Begabungen ich habe - da
ich weiss, was mich tief von innen her trägt und nährt, was übrig ist,
wenn alles wegfällt.
- Ich bin geheilt, wenn ich allein sein kann und die Leere in mir mein
bester Freund und mein Zuhause ist und ich dennoch die äussere Welt mit Leidenschaft
liebe.
Dr. Dietrich Klinghardt, 2000 INK-Institut für
Neurobiologie nach Dr. Klinghardt GmbH |
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